Dr. med. dent. Wolfgang Baumgartl M.Sc.
Praxis für Zahn, Mund- und Kieferheilkunde
Franziskanerstr. 16, 81669 München

Zahnarztpraxis
Dr. W. Baumgartl M.Sc.

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Parodontologie

PParodontologie stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt "die Lehre vom Zahnhalteapparat".
Zum Zahnhalteapparat gehören:

  • das Zahnfleisch,
  • der Wurzelzement,
  • die Wurzelhaut und
  • das Zahnfach.

Eine weitverbreitete und als „Volkskrankheit“ bezeichnete Erkrankung des Zahnhalteapparates ist die Parodontitis, die fälschlicherweise häufig auch Parodontose genannt wird. Die Bezeichnung „Volkskrankheit“ hat die Parodontitis nicht zu Unrecht, denn weltweit ist schätzungsweise jeder Zweite davon betroffen.

Was verursacht die Parodontitis?

Ursache für die Parodontitis sind Bakterien, die sich in harten und weichen Zahnbelägen ansiedeln. Dort finden sie optimale Bedingungen (feuchte, warme Umgebung), um sich geradezu explosionsartig zu vermehren. Gelangen die Bakterien zwischen Zahn und Zahnfleisch, führen sie dort zu entzündlichen Prozessen und lösen so die Gingivitis, die Zahnfleischentzündung, aus. Im weiteren Verlauf löst sich das entzündete Zahnfleisch mehr und mehr vom Zahn und bietet den Bakterien dadurch immer mehr Raum. Es kommt zur Bildung so genannter Zahnfleischtaschen. Bedingt durch ihre taschenartige Ausformung können die Zahnfleischtaschen mit herkömmlichen häuslichen Zahnpflegemitteln, also mit Zahnbürste und Zahnseide, nicht gereinigt werden. Infolge dessen verbleiben die Bakterien nicht nur in den Zahnfleischtaschen, sie vermehren sich dort auch weiter und führen so zu einem Fortschreiten der Parodontitis. Im weiteren Verlauf der Erkrankung greift diese schließlich auch auf den Kieferknochen über, wodurch es zu dessen Rückbildung kommt, Den betroffenen Zähnen wird nach und nach der Halt entzogen, so dass sie sich zunächst lockern und dann schließlich ganz ausfallen.

Untersuchungen ergaben, dass inzwischen häufiger Zahnverlust durch Parodontitis als durch Karies eintritt. Doch als Patient stehen Sie der Diagnose Parodontitis nicht machtlos gegenüber, denn Parodontitis ist behandelbar. Frühzeitig erkannt, kann auch einem ansonsten drohenden Zahnverlust entgegengewirkt werden. Dazu ist es erforderlich, die Warnsignale einer beginnenden Erkrankung nicht zu ignorieren, sondern ernst zu nehmen.

Wie macht sich eine Parodontitis bemerkbar?

Eine Parodontitis tritt nicht urplötzlich über Nacht auf, sondern entwickelt sich im Laufe der Zeit. Es ist also ein schleichender Prozess, der dazu meist noch ohne Schmerzen vonstattengeht. Dennoch gibt es relativ eindeutige Symptome, die auf eine Parodontitis hinweisen. Hierzu gehören u.a.:

  • gerötetes und/oder geschwollenes Zahnfleisch,
  • Zahnfleischbluten, das bereits bei geringsten Berührungen mit dem Kopf der Zahnbürste oder durch Zahnseide bei der häuslichen Zahnpflege auftritt und
  • Mundgeruch, der durch die Bakterien verursacht wird.

Sollten Sie eines oder mehrere dieser Symptome bei sich feststellen, sollten Sie möglichst kurzfristig Ihren Zahnarzt aufsuchen. Denn je früher eine Parodontitis erkannt wird, desto größer sind die Chancen, die davon betroffenen Zähne erhalten zu können.

Parodontitis erkannt und dann?

Wurde bei Ihnen eine Parodontitis diagnostiziert, gilt es einen individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmten Therapieplan zu erstellen. Üblicherweise erfolgt zunächst eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis. Dabei werden sämtliche harten und weichen Zahnbeläge auch in den schwer erreichbaren Winkeln am Ende der Zahnreihen und den Zahnzwischenräumen mit speziellen zahnmedizinischen Instrumenten (u. a. Ultraschallgerät) restlos entfernt. Hierdurch wird die Bakteriendichte umfangreich reduziert. Im Anschluss daran werden die Zähne poliert, da Zahnbelag auf glatten Zahnoberflächen deutlich schlechter Halt findet. Abschließend erfolgt noch eine Versiegelung der Zahnoberflächen mit einem fluoridhaltigen Zahnlack.

In einem weiteren Schritt der Behandlung werden dann die Zahnfleischtaschen und Oberflächen der Zahnwurzeln gründlich gereinigt. Damit dies für den Patient schmerzfrei ist, erfolgt diese Behandlung in lokaler Anästhesie. Je nachdem um welche Bakterien es sich handelt, kann im Rahmen der Behandlung auch eine kurzzeitige Antibiotikagabe erforderlich werden. Ob und welche weiteren Behandlungsschritte erforderlich sind, hängt vom Schweregrad und vom Fortschritt der Parodontitis ab. Sollte diese bereits weit fortgeschritten sein, können evtl. Gewebe- und Kieferknochenaufbaumaßnahmen von Nöten sein, um den betroffenen Zähnen wieder zu festem Halt zu verhelfen. Hierfür setzen wir in unserer Praxis auf die Laserbehandlung bzw. den Einsatz von Emdogain oder Knochenersatzmaterialien.

Für einen dauerhaften Erfolg reicht eine einmalige Parodontitis-Behandlung nicht aus. Aus diesem Grund wird auf Basis des jeweiligen Befundes, insbesondere des Schweregrades und Fortschritts der Parodontitis ein patientenindividueller Therapieplan erstellt. Neben Wiederholungsbehandlungen gehören hierzu u. a. Tipps für eine gesündere, die Behandlung unterstützende Ernährung und ggf. eine Optimierung der regelmäßigen häuslichen Zahnpflege. Denn diese ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung der Parodontitis.

Lässt sich eine Parodontitis vollständig heilen?

Grundsätzlich gilt zwar, wie bei allen Krankheiten, dass die Chancen umso größer sind, desto früher die Erkrankung festgestellt wird. Dennoch ist eine Parodontitis nicht vollständig heilbar. Je nach Schweregrad und Fortschritt der Erkrankung kann es sogar trotz Behandlung zum Zahnverlust kommen. Das bedeutet aber nicht, dass Sie eine Parodontitis ignorieren sollten, denn diese Erkrankung kann nicht nur zum Zahnverlust führen, sondern sie erhöht auch das Risiko weiterer Erkrankungen, wie z. B. Herzkrankheiten, Schlaganfall, Frühgeburten und Diabetes.