Dr. med. dent. Wolfgang Baumgartl M.Sc.
Praxis für Zahn, Mund- und Kieferheilkunde
Franziskanerstr. 16, 81669 München

Zahnarztpraxis
Dr. W. Baumgartl M.Sc.

Implantologie

Die zahnärztliche Implantologie befasst sich mit dem Ersatz natürlicher Zahnwurzeln in Form von Zahnimplantaten. Diese kommen dann zum Einsatz, wenn es zum Zahnverlust gekommen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Verlust eines einzelnen Zahnes (Einzelzahnlücke) oder um mehrere Zähne handelt (Schaltlücke, reduzierte Bezahnung, Freiendsituation). Sogar komplett zahnlose Kiefer können mit Hilfe von Zahnimplantaten versorgt werden.

Wie ist die Funktionsweise von Zahnimplantaten?

Zahnimplantate werden im Bereich der zu schließenden Lücke in den Kieferknochen eingebracht. In Abhängigkeit vom Hersteller wird das Zahnimplantat dabei entweder in das zuvor erstellte Bohrloch eingesteckt oder eingeschraubt. Geschraubte Implantate haben durch das außenliegende Gewinde den Vorteil, dass sie von Beginn an eine gewisse Grundfestigkeit im Kieferknochen erhalten.

Innerhalb eines Zeitraumes von 3-6 Monaten gehen die Zahnimplantate eine feste Verbindung mit dem Kieferknochen ein. Während dieses als Einheilzeit bezeichneten Zeitraumes verwachsen die Zahnimplantate mit dem sich neu bildenden Knochenmaterial. Dadurch können sie, wenn der endgültige Zahnersatz aufgebracht wird, die Funktion der natürlichen Zahnwurzeln übernehmen und die beim Kauen auftretenden Kräfte auf den Kieferknochen übertragen.

Aus welchem Material bestehen Zahnimplantate?

Dies ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Neben Zahnimplantaten aus Titan gibt aus solche aus Keramik oder Zirconium(IV)-oxid (Zirkonoxid). Alle genannten Materialien zeichnen sich durch eine sehr hohe Biokompatibilität (Körperverträglichkeit) aus, so dass es durch die Implantate nicht zu allergischen Reaktionen kommt. Hinsichtlich der Bruchfestigkeit gibt es jedoch Unterschiede. Während Titan-Implantate sich auch bei stärkerer Belastung noch sehr stabil verhalten, kann es bei Keramik-Implantaten durchaus schon zum Bruch kommen. Für Implantate aus Zirkonoxid liegen bislang noch keine Langzeiterfahrungen hinsichtlich der Bruchfestigkeit vor.

Gibt es Altersgrenzen der Patienten die gegen Zahnimplantate sprechen?

Da Zahnimplantate aus totem Material bestehen, können sie nicht mitwachsen. Aus diesem Grund muss das Kieferwachstum abgeschlossen sein, bevor Zahnimplantate zum Einsatz kommen. Dies ist in der Regel zwischen dem 15. und 16. Lebensjahr der Fall. Bei Jugendlichen lassen sich ab diesem Zeitpunkt verlorengegangene Zähne durch Zahnimplantate ersetzen.

Eine Begrenzung des Alters nach oben gibt es im Grunde nicht. Ob Zahnimplantate bei älteren Patienten eingesetzt werden können, hängt nicht vom Alter der Patienten, sondern von anderen Faktoren ab. So spielt das vorhandene Knochenangebot hierbei eine Hauptrolle. Doch auch, wenn der Kieferknochen bereits begonnen hat sich zurückzubilden, können unter bestimmten Umständen mit Hilfe von Knochenaufbaumaßnahmen die Voraussetzungen für den Einsatz von Zahnimplantaten geschaffen werden.

Wie läuft die Implantation ab?

Ist die Entscheidung für eine Zahnimplantation getroffen, geht es an die Implantationsplanung. Diese basiert in unserer Praxis auf dem Verfahren der Firma med3D. Diese, Ende der 90iger Jahre von einem Heidelberger Team mit Unterstützung der dortigen Universität entwickelte Planungssoftware erlaubt es dem Behandler am Praxiscomputer die optimale Position für das Zahnimplantat zu bestimmen. Mit Hilfe dieser Informationen wird dann eine Bohrschablone erstellt, was die eigentliche Implantation deutlich vereinfacht.

Da die Planungssoftware mit jedem am Markt befindlichen Zahnimplantat funktioniert, bleibt die Unabhängigkeit des Behandlers zu Herstellerfirmen von Zahnimplantaten bestehen. Dadurch kann das Zahnimplantat allein auf der Grundlage der individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse des Patienten gewählt werden. Darüber hinaus werden auch die knöchernen Kieferstrukturen dargestellt, so dass bereits im Vorfeld der Zahnimplantation ggf. erforderliche Knochenaufbaumaßnahmen (Augmentation) ermittelt werden können.

Ist das für die betreffende Situation optimale Zahnimplantat gefunden, erfolgt dessen Einbringung in den Kieferknochen unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie). Hierbei wird zunächst an der betreffenden Stelle das Zahnfleisch (die Mundschleimhaut) eröffnet und der Kieferknochen freigelegt. Unter Einsatz der zuvor im Rahmen der Implantatplanung erstellten Bohrschablone wird dann das Loch zur Aufnahme des Implantates in den Kieferknochen gebohrt. Schließlich wird das Zahnimplantat in das Bohrloch eingebracht und das Zahnfleisch wieder verschlossen (vernäht). Im Anschluss daran erfolgt noch die röntgenologische Kontrolle bzgl. der korrekten Implantatposition. Etwa 10 Tage nach dem Eingriff werden die Fäden gezogen.

Nun folgt die 3 – 6 monatige Einheilphase, während derer das Zahnimplantat mit dem Kieferknochen verwächst und so einen festen Verbund eingeht. Für diesen Zeitraum erfolgt eine provisorische Versorgung des betreffenden Bereiches.

Nach Abschluss der Einheilphase nimmt der Behandler einen Abdruck vom Kiefer auf dessen Basis der endgültige Zahnersatz hergestellt wird.